Ausschnitte aus dem Mitteilungsblatt des Ortschaftsrates vom Dezember 2000

Der Text wurde elektronisch eingelesen.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Peter Ulbrich, Ortsvorsteher


Ein frohes Weihnachtsfest im Jahr 2000 und
viel Gesundheit im Jahr 2001 wünscht im
Namen des Ortschaftsrates Einsiedel

Peter Ulbrich
Ortsvorsteher

Ein Rückblick zur Entwicklung des Ortsteiles Einsiedel im Jahre 2000

Der Ausbau des Ortsteiles Einsiedel konnte auch im Jahr 2000 mit sichtbaren Erfolgen fortgesetzt werden. Der spektakulärste Bau ist das neue Feuerwehrhaus am Plan, welches mit 3 LKW-Standplätzen, Räumen zur Ausbildung der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, der Pflege der Technik und einer Wohnung für den Gerätewart in bemerkenswerter Architektur errichtet worden ist. Die 2. große städtische Investition wird eine neue Turnhalle am Gymnasium. Der Sportunterricht für die fast 700 Schüler des Gymnasiums erfordert den Bau einer 2-Fachsporthalle in der 2 Klassen unabhängig voneinander Sportunterricht haben können. Mit dem Neubau dieser Turnhalle wird die bauliche Gestaltung des Gymnasiums im Jahre 2001 abgeschlossen.

Für den Ortsausbau und die Modernisierung der Wohnungen waren auch die 4 Abwasserbaustellen in der Funkstraße, der Kirchgasse/Harthauer Weg, der Altenhainer Allee/Talsperrengrund und der Berbisdorfer Straße wichtig. Die erstgenannten 3 Baustellen sind abgeschlossen, die Berbisdorfer Straße wird in Abhängigkeit vom Witterungsverlauf noch fertiggestellt werden können. Besonders erfreulich ist, dass am Gelände des Sommerbades auch erste Parkplätze im Zuge des Straßenbaues errichtet werden. Neue Häuser entstanden in den Berbisdorfer Baugebieten, in der Waldsiedlung, sowie in verschiedenen Lücken insbesondere am Klaffenbacher Weg und am Wiesenufer. Erfreulich ist der Ausbau von leerstehenden Gebäuden, wie die ehemaligen Fabriken Einsiedler Hauptstraße 107 und Gärtnereiweg und das Wohngebäude Einsiedler Hauptstraße 63. Mit dem neuen Super-Sparmarkt konnte die bauliche Gestaltung in der Ortsmitte "Am Plan" abgeschlossen werden.

Zu den positiven Entwicklungen des Jahres 2000 gehören unbedingt die Schaffung neuer Arbeitsplätze im Bereich Niederwaldstraße 3 durch die Ansiedlung neuer Firmen und die Erweiterung der Beschäftigtenzahlen bei der "artesyn GmbH". Die umfangreiche Bautätigkeit schlägt sich auch in einem Wachstum der Bevölkerung nieder, im Ortsteil Einsiedel stieg die Einwohnerzahl vom 01. 01. - 30. 09. 2000 um 54 Personen auf 3859 Einwohner am 30. 09. 2000.

Unter den negativen Entwicklungen muß festgehalten werden, dass es im Jahre 2000 traurige Gewißheit wurde, dass wir die Mittelschulausbildung in Einsiedel verlieren. Seit September haben wir bereits keine 5. und 7. Klasse mehr in Einsiedel. Die Schülerzahlen für eine Mittelschulausbildung in Einsiedel liegen aber ab 2002 in einer Größenordnung von jährlich 15 Schülern, für eine selbständige Mittelschule würden dauerhaft mindest 50 Schüler pro Jahrgang gebraucht. Diese Differenz ist so groß, dass wir mit dem Auslaufen der Mittelschulausbildung leben müssen. Die Mittelschüler haben grundsätzlich freie Schulwahl, sie können alle umliegenden Mittelschulen besuchen, am verkehrsgünstigsten liegt die Mittelschule Harthau. Es dürften die Comenius- und die Annenschule folgen. Es ist auch ein Besuch der Mittelschulen in Weißbach oder Burkhardtsdorf möglich. Ein Schulbusverkehr wird zur Mittelschule Harthau eingerichtet. Einsiedel behält mit der Grundschule und dem Gymnasium aber 2 Schulen im Ort.
Zusammenfassend denke ich, dass die Ortschaft Einsiedel auch im Jahr 2000 mit der Entwicklung als Stadtteil zufrieden sein kann.

Ulbrich
Ortsvorsteher

 

Ortschaftsrat befürwortet den Flächennutzungsplan der Stadt Chemnitz

Das Stadtplanungsamt hat einen Flächennutzungsplan für die gesamte Stadt Chemnitz in den seit 1999 geltenden neuen Grenzen fertiggestellt. Der Plan war ausgelegt, die Anregungen und Bedenken der Dienststellen und der Bürger sind zusammengefaßt und werden am 10. Januar 2001 dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt.

Zielstellung ist es, den vom Stadtrat beschlossenen Plan dem Regierungspräsidium zur Genehmigung einzureichen. Die Stadt Chemnitz hätte dann einen verbindlichen Plan mit Festlegungen zur Nutzung von Flächen für die Gewinnung von Wohnbauland bzw. von Flächen für die gewerbliche Produktion in den nächsten 10 Jahren. Der Ortschaftsrat Einsiedel hat am 29. 11. 2000 in öffentlicher Sitzung dem vorliegenden Entwurf einstimmig zugestimmt. Der Ortschaftsrat empfiehlt dem Stadtrat den Flächennutzungsplan zu beschließen.

Ulbrich
Ortsvorsteher

 

Aufruf zur Unterstützung und Mitarbeit bei der Vorbereitung der 750-Jahrfeier

Im Jahre 2004 jährt sich die erste Erwähnung von Einsiedel als Siedlung zum 750.Male. Der Ortschaftsrat möchte im Juni 2004 eine gute 750-Jahrfeier organisieren. Der Ortschaftsrat hat einen Festausschuß berufen der alle Vorbereitungen koordinieren soll. Gewerbeverein, Haus- und Grundbesitzerverein und die Kirchgemeinde sind im Festausschuß vertreten. Es werden alle Einsiedler aufgerufen, sich an der Vorbereitung und Durchführung der 750-Jahrfeier zu beteiligen. Gefragt sind gute Ideen für originelle Ausstellungen, Veranstaltungen und natürlich den Festumzug als Höhepunkt einer ganzen Festwoche.

Zunächst genügen uns Bereitschaftserklärungen über die Ausleihe   historischer Fotos, historischer Gegenstände des täglichen Lebens, wie Einrichtungsgegenstände aus den Wohnungen der Einsiedler, Einrichtungen einer Wohnküche, einer "guten Stube", einer Schlafkammer, einer Waschküche, Material der Schüler und Lehrer, Ausstattung von Büros, Gegenstände aus Betrieben der Industrie und Landwirtschaft, historische Telefonapparate, Radios, Fernseher, Handwerksgeräte, Originaldokumente von Behörden, Genehmigungen für Handwerker, Verträge, Kaufurkunden, behördliche Verbote und ähnliches mehr.

Alle zur Verfügung gestellten Gegenstände verbleiben im Eigentum der Leihgeber, sie müssen gekennzeichnet werden und werden nach den Feierlichkeiten zurückgegeben. Es ist nicht möglich, alle Angebote sofort detailliert zu besichtigen und zu bewerten. Zu gegebener Zeit werden beauftragte Arbeitsgruppen, die angebotenen Dokumente in Augenschein nehmen.

Von besonderem Interesse sind auch Vorschläge für spezielle Veranstaltungen und Vorführungen z.Bsp. mit historischen Sportgeräten, historischen Haushaltgeräten, Handwerksleistungen, Tänze und Sammlungen spezieller Art. Der Festausschuss wird organisieren, dass jede Idee geprüft und nach Möglichkeit in die Aktivitäten einbezogen werden wird. Trotz vieler notwendiger Weise ehrenamtlicher Arbeiten und finanzieller Unterstützung durch die Stadtverwaltung werden wir ein Konto einrichten und um Geldspenden bitten.

Die Möglichkeiten, die uns die Bundesrepublik Deutschland zur freien Meinungsäußerung in Wort und Bild gibt, sollen genutzt werden. Besonders gedacht ist hier an eine objektive Aufarbeitung der Zeit von etwa 1920 bis heute über die lebende Zeitzeugen noch Aussagen machen können. Hier kann sowohl die Zeit der DDR als auch die unmittelbare Nachkriegszeit und die Zeit der Naziherrschaft am Beispiel Einsiedler Begebenheiten und Erlebnisse kritischer und objektiver beschrieben werden, als das bisher erfolgt ist.

Ziel des Festausschusses ist ein gutes Fest für alle Einsiedler zu veranstalten, so dass ähnlich wie bei den noch in Erinnerung befindlichen Festen zur 700-Jahrfeier und zur 725-Jahrfeier von Einsiedel und zu den Ortsjubiläen in der Nachbarschaft die gesamte Ortschaft eine Woche feiern und sich auf ihre historischen Quellen besinnen kann.

Ulbrich
Vorsitzender des Festausschusses