Ausschnitte aus dem Mitteilungsblatt des Ortschaftsrates vom März 2001

Der Text wurde elektronisch eingelesen.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Peter Ulbrich, Ortsvorsteher


Oberbürgermeisterwahl am 13. Mai 2001

Die Wahlperiode der Landräte und Bürgermeister endet am 31. Juli 2001. Nach dem Kommunalwahlgesetz sind die Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister von der Bevölkerung des jeweiligen Kreises, der kreisfreien Stadt bzw. der Gemeinde direkt zu wählen. Gewählt ist im ersten Wahlgang, wer mehr als 50 % der abgegebenen gültigen Stimmen auf sich vereinen kann Wenn diese Mehrheit nicht erreicht wird findet 14 Tage später eine Neuwahl statt, bei der dann die einfache Mehrheit den Ausschlag gibt. Der Stadtrat der Stadt Chemnitz hat die Oberbürgermeisterwahl auf Sonntag, den 13. Mai 2001 festgelegt. Eine eventuelle 2. Wahl wäre dann am 27. Mal.
Der jetzige Oberbürgermeister stellt sich zur Wiederwahl. Alle im Stadtrat vertretenen Parteien haben eigene Kandidaten aufgestellt, die sich gegenwärtig in öffentlichen Veranstaltungen vorstellen.

Die Einsiedler Bevölkerung wird um eine hohe Beteiligung an der Oberbürgermeisterwahl gebeten. Wer bereits langfristig weiß, dass er am 13. Mai nicht in Einsiedel sein kann oder wem der Weg in die Wahllokale der Einsiedler Schule am Harthauer Weg bzw. Elektro-Vieweg in Berbisdorf zu beschwerlich ist, sollte rechtzeitig die Möglichkeiten der Briefwahl nutzen. Die Unterlagen können nach Erhalt der Wahlbenachrichtigung angefordert werden.

Der Einsiedler Ortsvorsteher wird eine ehrenamtliche Funktion. Er wird nicht mehr von der gesamten Bevölkerung gewählt. Die Legislaturperiode des ehemaligen Bürgermeisters endet ebenso am 31. 07. 2001. Die Neuwahl erfolgt durch den Ortschaftsrat. Der Ortschaftsrat wird in Öffentlicher Sitzung am 28. März die Verfahrensweise für die Wahl, den Endtermin für die Benennung von Kandidaten und den Wahltermin für die Wahl des Ortsvorstehers in einer öffentlichen Sitzung des Ortschaftsrates festlegen.

Ulbrich Ortsvorsteher

Kindergarten und Hort sind im Gebäude Einsiedler Hauptstraße 25 konzentriert

Der Kindergarten und der Schulhort bilden als Kindertagesstätte eine einheitliche Einrichtung unter Verantwortung des Jugendamtes der Stadt Chemnitz. Im Januar 2001 konnten im sogenannten Altbau der Kindertagesstätte die Umbauten zur Nutzung des gesamten Gebäudes als Hort abgeschlossen und den Eltern in einem 'Tag der offenen Tür" vorgestellt werden. In den nach Auszug der ehemaligen Kinderkrippe 1994/95 zu Wohnungen ausgebauten Räumen haben die Hortkinder angenehme Räume für ihre Freizeitgestaltung am Nachmittag erhalten, in denen sie spielen und sich wohlfühlen können und bei Bedarf auch Schularbeiten erledigt werden. Die Räume im Obergeschoß des Altbaus sind völlig neu gestaltet und entsprechen jetzt modernem Standard.

UIbrich Ortsvorsteher

2 wichtige Beschlüsse des Stadtrates

Der Stadtrat der Stadt Chemnitz hat am 20. 12. 2000 den Haushalt der Stadt Chemnitz für das Jahr 2001 mit einem Gesamtvolumen von 1,35 Milliarden DM davon 444 Mio DM für Investitionen beschlossen. Der Haushalt ist dem Regierungspräsidium zur Genehmigung vorgelegt worden. Die Genehmigung ist für die nächsten Tage in Aussicht gestellt. Die Stadt Chemnitz hat damit im Oberbürgermeisterwahljahr rechtzeitig einen genehmigten Haushalt.

Ein zweiter wichtiger Beschluss für die Entwicklung der Stadt Chemnitz ist der Beschluss zur Satzung über den Flächennutzungsplan der Stadt Chemnitz vom 07. 02. 01. Mit diesem Beschluss werden für den Zeitraum der nächsten 10 bis 15 Jahre Möglichkeiten der flächenmäßigen Entwicklung von Wohngebieten, Gewerbegebieten, Verkehrsbaumaßnahmen und dergleichen festgelegt. Auch dieser Plan wird dem Regierungspräsidium zur verbindlichen Genehmigung eingereicht.

UIbrich Ortsvorsteher

Ortschaftsratssitzung am 28. 02. 2001

Der Ortschaftsrat Einsiedel hat in öffentlicher Sitzung am 28. 02. 2001 dem Stadtrat der Stadt Chemnitz empfohlen, den Beitrittsbeschluss zu den Maßgaben und Auflagen des Regierungspräsidiums Chemnitz für den vorzeitigen Bebauungsplan Wohngebiet oberhalb der Funkstraße zu bestätigen.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war der Einsatz der Finanzmittel des Ortschaftsrates Einsiedel im Jahre 2001, insbesondere die Unterstützung der Vereinsarbeit in Einsiedel. Der Ortschaftsrat hat die Entscheidung auf die nächste Sitzung am 28. 03. 2001 vertagt, die Vereinsvorsitzenden sollen zu diesem Tagesordnungspunkt eingeladen werden und über die Verwendung der Mittel berichten.

UIbrich Ortsvorsteher

Baumaßnahmen der Stadt Chemnitz im Jahr 2001 in der Ortschaft Einsiedel

Die Errichtung der 2-Fachtumhalle am Gymnasium ist die größte Investition der Stadt Chemnitz im Jahr 2001 in Einsiedel. Die Turnhalle soll bis zum Februrar 2002 fertiggestellt werden.

Im Bereich des Abwasserkanalbaues wird dieses Jahr ein Schmutzwassersammler in der Berggasse bis zur Trinkwasseraufbereitungsanlage an der Talsperre gebaut, die Filterspülwässer sollen in die Kanalisation abgeleitet werden.

Durch die im Jahre 2000 fertiggestellten Kanäle in der Altenhainer Allee und im Bereich Harthauer Weg/Kirchgasse sind der Bereich Anton-Herrmann-Straße/Schollstraße und große Teile der Siedlung an die zentrale Abwasserableitung anschliessbar. Das Tiefbauamt bemüht sich um den Straßen- und Fußwegebau im unteren Abschnitt der Berbisdorfer Straße einschließlich der Erneuerung von zwei Bachquerungen bis zum Anschluss an den bereits neugebauten Abschnitt der Straße.

Mit Hilfe von ABM-Kräften sollen unter Verantwortung des Tiefbauamtes Plattenverlegearbeiten an Fußwegabschnitten entlang der Brauereistraße, am Harthauer Weg und an der Hauptstraße durchgeführt werden.

Ulbrich Ortsvorsteher

Kindertagesstätte feiert fünfzigjähriges Bestehen

Die Kindertagesstätte Einsiedel feiert am 15.06.2001 das fünfzigjährige Bestehen eines Kindergartens in Einsiedel Wir möchten aus diesem Anlass ein Fest gestalten und alle Eltern, alle ehemaligen Mitarbeiterinnen von Kinderbetreuungseinrichtungen in Einsiedel, die Mitglieder des Ortschaftsrates Einsiedel und alle interessierten Bürger herzlich einladen.

Schröter Leiterin der Kindertagesstätte Einsiedel

Hexenfeuer am 30. April 2001

Die Freiwillige Feuerwehr Einsiedel lädt gemeinsam mit dem Heimatverein Einsiedel am 30. 04. 2001 auf die Höhe an der Pappel zu einem Hexenfeuer ein. Eine Genehmigung für das Feuer kann nur erteilt werden, wenn keinerlei Brennmaterial von der Bevölkerung angenommen wird. Alle Selbstanlieferer müssen zurückgeschickt und auf die Sperrmüllsammlung bzw. auf Anlieferung an die Kompost- und Wertstoffanlagen der Stadt verwiesen werden. Weiterhin werden die Besucher bereits jetzt aufgefordert, die landwirtschaftlichen Flächen nicht zu betreten und die angebauten Kulturen nicht zu schädigen.

Ulbrich Ortsvorsteher

Hinweis an alle Hundehalter

Der Stadtrat der Stadt Chemnitz hat am 01. 11. 2000 in einer Polizeiverordnung unter anderem die Vorschriften zur Tierhaltung neu gefaßt. Die wichtigsten Aussagen für die Hundehalter werden im folgenden wiedergegeben. Alle Hundehalter sind aufgefordert ihre Tiere so zu halten und zu beaufsichtigen, dass andere Menschen, Tiere oder Sachen nicht belästigt oder gefährdet werden.

Zur Leinenpflicht ist folgendes geregelt: Im öffentlichen Verkehrsraum hat der Tierhalter dafür Sorge zu tragen, dass sein Tier nicht ohne eine hierfür geeignete Aufsichtsperson frei herumläuft. Geeignet ist jede Person der das Tier auf Zuruf gehorcht und die zur Führung des Tieres in der Lage ist. In ausgewiesenen Grün- und Erholungsanlagen, in Einsiedel sind diesbezüglich der August-Bebel-Platz, der Rodig-Park und der Walter-Wieland-Hain festgelegt, müssen Hunde an der Leine geführt werden. Die Leinenpflicht gilt auch in Fußgängerzonen und bei größeren Menschenansammlungen. Hier müssen die Hunde auch einen Maulkorb tragen. Weiterhin ist den Haltern und Führern von Tieren untersagt, die öffentlichen Verkehrsflächen und die Grünanlagen durch ihre Tiere verunreinigen zu lassen. Durch Tiere verursachte Verunreinigungen sind unverzüglich zu entfernen. Der Tierhalter hat sein Tier von öffentlich zugänglichen Liegewiesen, Kinderspiel- und Bolzplätzen fernzuhalten.

Aue Hundehalter und Hundeführer werden gebeten, sich an diese eigentlich selbstverständlichen Regelungen zu halten. In letzter Zeit mußte leider mehrfach festgestellt werden, dass Verunreinigungen am Straßenrand oder Fußweg liegengelassen werden. Solches Verhalten wird nicht geduldet und als Ordnungswidrigkeit zur Anzeige gebracht.

Die gesamte Polizeiverordnung wurde im Amtsblatt Nr. 46/2000 am 15. 11. 2000 bekanntgemacht und ist ab 16. 11. 2000 gültig. Sie enthält weitere Regelungen u.a. zur Einhaltung der Nacht- und Sonntagsruhe und zum Anbringen von Hausnummern. Sie kann bei Bedarf in der Bürgerservicestelle eingesehen werden.

Ulbrich Ortsvorsteher

Aus Einsiedler Vergangenheit (l)

Der Sächsische Kriegerverein zu Einsiedel

Beim Abriß eines alten Hauses im Schieferwinkel (Berbisdorfer Straße 9) wurde vor einigen Jahren eine auf dem Dachboden verborgene 120 Jahre alte Fahnenstange zutage gefördert, die nur durch Zufall der Entsorgung entging. Leider war die dazugehörige Fahne nicht mehr vorhanden. Anhand der vielen an der Stange befestigten Vereinsplaketten konnte die Herkunft festgestellt werden. Einst gehörte sie dem Einsiedler Kriegerverein. Eine Zeitungsbeilage des „Einsiedler Wochenblatt" vom 4. August 1929 verrät uns noch mehr. Hier wird anläßlich des 50. Gründungsjubiläums des Vereins Interessantes mitgeteilt. Nun mag man unterschiedlicher Auffassung sein, sich mit diesen historischen Begebenheiten zu beschäftigen, aber das Verschweigen würde der Vielfalt unserer Ortsgeschichte keinen guten Dienst erweisen, es wäre einfältig.

Der Verein wurde am 21.09.1879 von 22 Mitgliedern gegründet. Vereinsvorsitzende waren u.a. Karl Ranke, Wilhelm Uhlig, Hermann Rößler und Hermann Ulbricht. Vereinslokale waren das Bahnhofsrestaurant, der Gasthof Einsiedel und das Restaurant „Talsperre" (Einsiedler Hauptstraße 42).

Leitmotiv des Vereins war: „Pflege die Kameradschaft und achte die Persönlichkeit!" 1881 wurden aus Vereinsmitteln die Fahne gestiftet und 1887 12 Gewehre sowie entsprechende Schützenuniformen für den Schützenzug erworben. Der Schützenzug nahm an öffentlichen Veranstaltungen bei Festumzügen regelmäßig teil. Ein Erlaß des Sachsenkönig Albert erlaubte ab 1893 den Namen „Königlich Sächsischer Kriegerverein zu Einsiedel" zu tragen. 1896 errichtete der Verein am Plan eine Siegessäule, zur Erinnerung an den deutsch-französischen Krieg 1870/71 und die Gründung des Kaiserreiches 1871. Gleichzeitig gedachte man des einzigen Kriegstoten aus Einsiedel, der damals gefallen war. 1946 wurde diese Säule abgerissen. Der I. Weltkrieg (1914-1918) forderte einen sehr hohen Blutzoll. Für die insgesamt 235 Gefallenen aus Einsiedel (170) und Erfenschlag (65) wurde auf dem oberen Teil des Friedhofes 1922 aus Vereinsmitteln das Mahnmal errichtet. 1929 zählte der Verein über 200 eingeschriebene Mitglieder. 1933 war er dann praktisch erloschen, da es nur noch NS-Organisationen gab.

In der Weimarer Republik existierte u.a. auch noch ein weiterer bürgerlicher Schützenverein, dessen Vereinslokal war der „Schützenhof' (Einsiedler Hauptstraße 120, heute Tischlerei Berthold). Außerdem gab es seit 1927 einen Arbeiter-Schützenverein, der unmittelbar hinter dem Gemeindebad sein bescheidenes Domizil in einer Baracke hatte. Am Ende des II. Weltkrieges (1945) fiel noch vorhandenes Material den Bombenangriffen zum Opfer, wurde aus Furcht vernichtet, oder versteckt und geriet in Vergessenheit. Im Hinblick auf die im Jahr 2004 anstehende 750 Jahrfeier unseres Ortes, sind die im Einsiedler Verein „Haus und Grund" tätigen Chronisten interessiert an einer breiten Unterstützung der Einsiedler aus nah und fern. Diese kann in der Bereitstellung von Dokumenten aller Art (Schrifttum, Akten, Fotos u.a.) als Leihgaben oder auch Übereignungen(z.B. bei Haushaltsauflösungen) geschehen. Es ist an eine Ausstellung historischer Materialien gedacht. Und hier unsere ersten Fragen:

- Wer besitzt noch Fotos o.a. mit erkennbarem Aussehen der Vereinsfahne?

- Wer erkennt auf dem abgebildeten Foto Personen?

- Wer ist noch im Besitz weiterer Materialien, die drei Vereine betreffend? Die Entgegennahme erfolgt im Rathaus durch den Ortsvorsteher, Herrn Ulbrich.

I. Rost